
Mancher Tag hat seine eigene, ganz besondere Energie, seinen eigenen Kopf, lässt dir keine Wahl. Er anerkennt keinen Zweifel, wischt Negatives beiseite, wirft dich auf die "Wahrheit" zurück, erinnert dich an deine "Jugend", schenkt dir die Illusion der Freiheit, lässt deine Arme ausbreiten, deine Seele demütig werden, dein Herz schneller schlagen, öffnet für einen winzigen Moment ein Fenster in die Ewigkeit.
Heute, ja heute ist so ein Tag!
Der besondere Tag fordert keinen Auftritt, keine Robe, keinen Tusch, kein Scheinwerferlicht, keinen Roten Teppich. Im Gegenteil! Still und heimlich schleicht er sich an, nimmt Besitz von deinem Fühlen, unerwartet, von einer Sekunde auf die andere lässt er es dich spüren, das Glücklichsein!
Schlag 12, als ich unser Haus betrete, meine Sporttasche geräuschvoll zu Boden fallen lasse , Mantel und Stiefel im Schrank verstaue, ist alles wie immer, und doch wieder nicht. Leon ist vor mir "heimgekommen". Der feine Duft von "Mittagessen" empfängt mich verführerisch, Leon´s Stimme fröhlich, fast ausgelassen, ruft:
"Amelieeeeeeeee beeil dich, die Spiegeleier sind fertig! Setz dich! Was magst trinken? Bist sicher hungrig und durstig!"
Das Feuer im Kachelofen höre ich gemütlich knistern, d ie wohlig, warme Stimme von Mike Bublee ist mir beim Eintreten gar nicht aufgefallen, durch die Terassentür sehe ich Nachbar´s Katze, der Topf mit der Hühnersuppe von Sonntag steht noch auf dem Terassentisch zum Kaltstellen, Leon´s Hemden, von mir am frühen Morgen aufgehängt, flattern unverdrossen im eisigkaltem Wind, über Nacht hat eine feine Schneeschicht unseren Garten in eine zauberhafte Schneelandschaft verwandelt, das Wohnzimmer wirkt piksauber und aufgeräumt, Leon hat gesaugt, die Reste des Fernsehabends beseitigt, die Kissen geradegerückt, die Wolldecke gefaltet, der Tisch in der Küche ist einladend für Zwei, für Leon und mich,gedeckt!
Jetzt springt er mich an, der besondere Tag!
Vornüber gebeugt, damit ihm die Spiegeleier nicht von der Schaufel rutschen, steht Leon in seinen uralt Jeans, niemals darf ich sie ins Altkleidersackerl, weißem Hemd, die Ärmel aufgekrempelt, vorm Herd. Wie umsichtig, geradezu vorsichtig seine Handgriffe in der Küche sind. Seine Art, Dinge, Menschen, Tiere mit Umsicht, fast mit Zärtlichkeit zu berühren, sich mit ihnen auseinanderzusetzen ist es , die mich stets auf´s Neue ihn lieben lässt.
Sein Gesicht ist mir verborgen, sein Körper, seine Haltung, seine Bewegungen sagen mir, dass er glücklich ist, dass er sich wohl fühlt, dass er nur an diesem Ort sein möchte, dass ihm die Sehnsucht nach einem "anderen" Leben fremd ist.
Eine Welle, nein ein Tsunami des "Glücklichseins" erfasst mein "Ich", lässt meine Augen feucht, meine Seele leicht, meinen Blick für Leon liebevoll werden.
Er ist glücklich!! Ist es nicht genau das was mich glücklich macht? Welcher Liebesbeweis würde mehr Aussagekraft, mehr Stärke haben als sein Glücklichsein?
Ich liebe ihn, werd´ihn lieben, egal was uns in unserem Leben noch bevorsteht, welche Toleranz, welches Verzeihenkönnen noch notwendig sein werden!
Meine Hand streicht zart, vorsichtig seinen Rücken entlang.
"Ich liebe dich auch!"
Kommt es aus den "Tiefen" des Küchenherdes.
Ach hast du dass wieder schön geschrieben, so viel Gefühl da reingelegt für deinen Leon. Ich vermisse meinen Schatz jetzt auch schon obwohl er mich erst heute wieder Richtung Salzburg verlassen hat.
Ja wir können uns glücklich schätzen solche Männer zu haben.
Ich wünsch dir und Leon dass es immer so bleibt.
alles liebe
painti