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Donnerstag, 04.03.2010, 15:04

5 Tage liegt der unglückselige Unfall zurück. Vergessen sind die starken Schmerzen, das Unabdingbare; 6 Wochen Liegegips, die resultierenden Einschränkungen akzeptiert. Wir haben gelernt mit Leon´s Behinderung umzugehen, ein Procedere zu entwickeln, sie in unseren Alltag einzubauen. Nein! Uns einen neuen Alltag zu schaffen.

Leon´s Blässe ist einem zarten Rosa gewichen. Aufrecht sitzt er am Esstisch.... im Rollstuhl, umgeben von "Verwandtschaft" und Freunden. Wäre der Rollstuhl nicht, vergäße man die Verletzung. Leon ist gut gelaunt. Er strahlt Ruhe und Zuversicht aus. Doch seine Hände, die immer wieder das Tischtuch glattstreichen, unhörbar auf die Tischplatte klopfen, seine Arme, die sich im Wechselspiel verschränken, wieder lösen, seine angespannten Gesichtszüge, sein Blick, der nur mit Anstrengung aufmerksam bleibt, verraten mir seine wahre, "schlechte" Verfassung. Seine Besucher nehmen ihm allzugerne den zur Schau gestellten Optimismus ab. Begeistert lauschen sie seinen Scherzen, teilen mit ihm Erinnerungen und Geschehnisse. Ohne Rollstuhl, der "mächtig" Platz fordert, kein "Nahe-beinander-sitzen", keinen Körperkontakt zulässt, wäre es eine Runde mit Freunden, die sich aus erfreulichem Anlass getroffen hat. Die Fröhlichkeit seiner Besucher soll Leon Trost spenden, ihn von seiner unglücklichen Lage ablenken, ihm zeigen, dass er nicht allein ist, dass es Menschen in seinem Leben gibt, denen er wichtig ist, die an seinem Kummer anteilnehmen wollen, ihn ein Stück des nun schwierigeren Weges zu begleiten, bereit sind. All die positive Energie kann den Grund des Besuches zwar nicht eliminieren, erträglicher macht sie ihn, ohne Zweifel.
Leon strengt sich an, bemüht sich unseren Freunden, die Verzweiflung, die ihn immer wieder zu erfassen sucht, nicht merken zu lassen. Andererseits überspielen die Freunde ihr Entsetzen. Den agilen, sportlichen Leon, schmal, hilfsbedürftig im Rollstuhl sitzen zu sehen, überschwemmt sie mit Mitleid, mit Ratlosigkeit. In stiller Übereinkunft überspielen Besucher und Kranker, ihre wahren Gefühle mit fröhlicher Ausgelassenheit, zum Besten des Anderen.
Viel wird gelacht, gescherzt, Witze werden erzählt, zugeprostet, getrunken, gegessen, in Erinnerungen gekramt, Zukunftspläne gemacht.
Je später der Nachmittag, desto gelöster wird Leon. Seine gespielte Gelassenheit ist einer echten Freude gewichen. Seine Hände trommeln nicht mehr , sie liegen locker auf seinen Oberschenkeln oder unterstreichen, gestikulierend seine Worte. Der hilflose Blick hat einem Strahlen platzgemacht. Die "Besucher" haben es ihm gleichgetan. Die anfängliche Hemmung, das "Wie-soll-ich-mit-ihm-umgehen" ist einem Selbstverständnis gewichen; Leon sitzt im Rollstuhl, was soll´s, es ist, wie es ist, der Leon bleibt der Leon!
Wir, Leon auf Krücken, macht das Küssen und Umarmen leichter, begleiten spät abends unsere Besucher zur Eingangstür, verabschieden uns herzlich, vereinbaren ein "Nächstesmal" ohne Vorankündigung.
Die Tür fällt geräuschvoll in ihr Schloss, als wünschte sie ein Ausrufungszeichen zu setzen, zu sagen:

"Die Freunde, die Menschen, die euch lieben und schätzen sind gegangen, sie werden wieder kommen, niemals werdet ihr ohne Unterstützung bleiben!"


Donnerstag, 25.02.2010, 17:52

Die ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen fallen warm durchs Bürofenster als Leon, nach einem angedeuteten Anklopfen mit Schwung die Tür, die ein unüberhörbares Knarren von sich gibt, seit Jahren bitten ihre Angeln bei jedem Öffnen und Schließen um einen, winzig kleinen wenigstens, Tropfen Öl, öffnet.

"Ich fahr auf den Hang zum Fliegen. Kannst mich zwei Stunden entbehren?"

Ein jungenhaftes Lächeln huscht über sein leicht gerötetes Gesicht.

Seit seiner frühesten Jugend ist er begeisterter Modellflieger. Dem sorgfältigen Bauen von Segelfliegern nach selbstgezeichneten Plänen gehört seine Liebe. Ausdauernd schneidet, klebt, sprüht, testet er in seinem "Hobbyraum" mit wechselnden Intervallen. Eine zeitlang täglich, dann wieder wochenlang gar nicht.

"Servus Leon! Ja! Recht hast! Entfällt dein Nachmittagsunterricht? "

"Nein! Bis 14 Uhr bin ich längst zurück. Mein Segelflieger liegt bereits im Auto. Die warme Jacke auch!

Leon´s Bronchien sind leicht beleidigt, neigen zum Problememachen bei kalter Luft, zu leichter Kleidung, ähnlich der Prima Ballerina im Ballettensemble.

"Na dann, lass dich nicht aufhalten!"

"Soll ich nicht?"

"Doch, doch fahr nur!"

Das "Pass auf dich auf, sei vorsichtig, der Hang ist nass, vielleicht rutschig!" schluck ich hinunter, will nicht wie die besorgte Mutter klingen, die ihren verwöhnten Sohn zur Vorsicht mahnt.
Mein Blick fällt, wie ohne Absicht, dachte ich, kontrollierend auf seine Schuhe.

" Sie sind fest, mit dicker Sohle!"

In Leon´s Stimme liegt ein verhohlenes Lachen. Mit einer kurzen Handbewegung wischt er mein Haar beiseite, drückt mir einen Schmatz auf die Wange:

"Wir treffen uns beim Italiener um Zwei! Die frische Luft macht bekanntlich hungrig. Brauchst nicht kochen! Tschüss mein Schatz! Bis später! "

Die Tür fällt mit ihrem Knarren ins Schloss, als er, wie der Wirbelwind, mich und mein Büro hinter sich lassend, seinem Hang entgegenstürmt.
Es läuft schnell, unser Leben. Es beschäftigt uns intensiv mit Arbeit, Sorgen, Freuden, Diskussionen, Streit, Versöhnung, Liebe und all dem Kleinkram; genannt "Alltag".
Seit Wochen gönnt sich Leon keine "Abkühlphase". Sein Motor läuft am Limit. Seine ungesund gerötete Gesichtfarbe, sein müder Blick, die innere Anspannung, von ihm ignoriert, die Hitze erzeugt,seine Körpertemperatur erhöht,ihn zum Pulloverausziehen, zum Ärmelaufkrempeln zwingt, sind mir Beweis genug.
Die Geschwindigkeit, das Tempo, die Anforderungen unseres, seines Lebens haben begonnen ihn zu erschöpfen. Ich mach mir Sorgen um ihn. Meine "mahnenden" Worte, sich nicht so viel aufzuladen, treffen auf taube Ohren. Mein Bemühen um "Entschleunigung" geht ins Leere.

Die Sätze:

Lass dir Zeit! Genieße die sonnige Mittagszeit!

Egal wann du wieder da bist!

Ich werd´da sein! Ich warte gerne!

Bleiben unausgesprochen in meinem Kopf hängen, belasten meine Arbeit, meine Gedanken für die restliche Zeit, bis ich meine Handtasche nehme, um mich zufuß auf den Weg zum Italiener zu machen.
Mehr als eine Stunde bleiben mir zum "Vertrödeln"zum Shoppen, zum "In-der-Sonne-schlendern", doch die Muse zur Entspannung fehlt mir auf eine unerklärliche Weise. Unruhe beginnt sich in mir breitzumachen. Ich kehre um, steige in mein Auto und fahre nachhause. Nein, Leon´s Auto steht noch nicht in der Auffahrt. Warum auch? Wir treffen uns erst in einer Stunde außer Haus. Die Gewissheit, dass Leon nicht zuhause ist, verbessert meinen "Zustand" nicht, im Gegenteil! Angstgefühle durchfluten meinen Körper, lassen ihn zittern, Halt suchen. Ich lehne mich an die Hausmauer, versuche einen klaren Gedanken zu fassen, nicht " außer Kontrolle " zu geraten. Ich spüre es deutlich! LEON ist verzweifelt, "In Not'", es geht ihm nicht gut. Mein Verstand schaltet sich endlich ein, gebietet mir Ruhe zu bewahren, tätig zu werden! Das Handy! Meine Handtasche ist mir aus den Händen gerutscht, sie liegt am Boden, von mir unbemerkt. Lange läutet es! Bitte, bitte heb ab! Nein, die Mailbox will ich nicht sprechen! Nach 5 oder 6 sinnlosen Versuchen Leon zu erreichen, will die Verzweiflung meiner Herr werden, wollen die Tränen hervorbrechen.

"Nein! Es ist ihm nichts passiert! Du bildest dir alles ein!": Versucht mein Verstand mich zu beruhigen!

"Oh doch! Ich spür´s genau!": Hält meine Seele dagegen.

Jetzt mach dich nicht verrückt! Leon hätte versucht dir Bescheid zu geben!

Das unnütze Handy noch in den Händen haltend, höre ich Leon´s Auto in der Ferne. Verdächtig langsam rollt es zur Auffahrt. Leon sitzt leichenblass, verkrümmt am Lenkrad.
Mein Körper entspannt und strafft sich in einem Moment.

"Leon!!!!"

Das Auto rollt noch, als ich die Tür aufreisse!

"Ich hab mich verletzt! Ich denke die Achillessehne ist ab- oder eingerissen! Der Weg wollte kein Ende nehmen. Kann kaum das Gaspedal bedienen! Es schmerzt höllisch."

"Warum rufst nicht an!?

"Mein Handy liegt im Konferenzzimmer!"

Zwei Stunden, einen schmerzhaften Ambulanzbesuch, eine Magnetresonazuntersuchung, einen Spaltgips, mit der Diagnose "Achillessehnenruptur" später, liegt Leon erschöpt, noch immer leichenblass im Wohnzimmer, neben ihm, Krücken.

"Wie soll ich das schaffen? 6 Wochen lang einen Gipsfuß, den ich nicht belasten darf? Das halt ich nicht durch! Bin ein Pflegefall! "

"Oh doch, du wirst! Ich hol´ den Rollstuhl vom Dachboden! "

Sohn Nr. 2 hatte im Vorjahr eine Knieoperation. Wochenlang fuhr er im Rollstuhl, der 29 Jahre zuvor seiner Großmutter ein bisschen Unabhängigkeit garantierte, durchs Haus.

Als ich den Rollstuhl im Wohnzimmer aufklappe, wird mir die Tragweite des Geschehens erst bewusst.

Leon´s Seele hat eine Vollbremsung gemacht, hat unser aller Leben "verlangsamt", zwingt Leon in die Position des Abhängigen, des Bedürftigen, gibt denen, die ihn lieben die Gelegenheit vieler, vieler Liebesbeweise.

So gesehen.......!!!!


Montag, 08.02.2010, 13:27

Mancher Tag hat seine eigene, ganz besondere Energie, seinen eigenen Kopf, lässt dir keine Wahl. Er anerkennt keinen Zweifel, wischt Negatives beiseite, wirft dich auf die "Wahrheit" zurück, erinnert dich an deine "Jugend", schenkt dir die Illusion der Freiheit, lässt deine Arme ausbreiten, deine Seele demütig werden, dein Herz schneller schlagen, öffnet für einen winzigen Moment ein Fenster in die Ewigkeit.

Heute, ja heute ist so ein Tag!

Der besondere Tag fordert keinen Auftritt, keine Robe, keinen Tusch, kein Scheinwerferlicht, keinen Roten Teppich. Im Gegenteil! Still und heimlich schleicht er sich an, nimmt Besitz von deinem Fühlen, unerwartet, von einer Sekunde auf die andere lässt er es dich spüren, das Glücklichsein!

Schlag 12, als ich unser Haus betrete, meine Sporttasche geräuschvoll zu Boden fallen lasse , Mantel und Stiefel im Schrank verstaue, ist alles wie immer, und doch wieder nicht. Leon ist vor mir "heimgekommen". Der feine Duft von "Mittagessen" empfängt mich verführerisch, Leon´s Stimme fröhlich, fast ausgelassen, ruft:

"Amelieeeeeeeee beeil dich, die Spiegeleier sind fertig! Setz dich! Was magst trinken? Bist sicher hungrig und durstig!"

Das Feuer im Kachelofen höre ich gemütlich knistern, d ie wohlig, warme Stimme von Mike Bublee ist mir beim Eintreten gar nicht aufgefallen, durch die Terassentür sehe ich Nachbar´s Katze, der Topf mit der Hühnersuppe von Sonntag steht noch auf dem Terassentisch zum Kaltstellen, Leon´s Hemden, von mir am frühen Morgen aufgehängt, flattern unverdrossen im eisigkaltem Wind, über Nacht hat eine feine Schneeschicht unseren Garten in eine zauberhafte Schneelandschaft verwandelt, das Wohnzimmer wirkt piksauber und aufgeräumt, Leon hat gesaugt, die Reste des Fernsehabends beseitigt, die Kissen geradegerückt, die Wolldecke gefaltet, der Tisch in der Küche ist einladend für Zwei, für Leon und mich,gedeckt!

Jetzt springt er mich an, der besondere Tag!

Vornüber gebeugt, damit ihm die Spiegeleier nicht von der Schaufel rutschen, steht Leon in seinen uralt Jeans, niemals darf ich sie ins Altkleidersackerl, weißem Hemd, die Ärmel aufgekrempelt, vorm Herd. Wie umsichtig, geradezu vorsichtig seine Handgriffe in der Küche sind. Seine Art, Dinge, Menschen, Tiere mit Umsicht, fast mit Zärtlichkeit zu berühren, sich mit ihnen auseinanderzusetzen ist es , die mich stets auf´s Neue ihn lieben lässt.

Sein Gesicht ist mir verborgen, sein Körper, seine Haltung, seine Bewegungen sagen mir, dass er glücklich ist, dass er sich wohl fühlt, dass er nur an diesem Ort sein möchte, dass ihm die Sehnsucht nach einem "anderen" Leben fremd ist.

Eine Welle, nein ein Tsunami des "Glücklichseins" erfasst mein "Ich", lässt meine Augen feucht, meine Seele leicht, meinen Blick für Leon liebevoll werden.

Er ist glücklich!! Ist es nicht genau das was mich glücklich macht? Welcher Liebesbeweis würde mehr Aussagekraft, mehr Stärke haben als sein Glücklichsein?

Ich liebe ihn, werd´ihn lieben, egal was uns in unserem Leben noch bevorsteht, welche Toleranz, welches Verzeihenkönnen noch notwendig sein werden!

Meine Hand streicht zart, vorsichtig seinen Rücken entlang.

"Ich liebe dich auch!"

Kommt es aus den "Tiefen" des Küchenherdes.


Donnerstag, 04.02.2010, 16:29

bussis!


Dienstag, 02.02.2010, 15:24

Sie machen mich stolz, selbstbewusster und glücklich diese Nominierungen.

Es ist doch großartig von der Weltöffentlichkeit als Nation mit Kultur wahrgenommen zu werden!

Es ist doch großartig, dass in unserem scheinbar unbedeutendem Land, Künstler mit Weltformat beheimatet sind.

Ich bin ihnen, den 3 Nominierten unendlich dankbar!
Dankbar dafür, dass sie mit ihren Leistungen, mit ihrer Kreativität Werbung im besten Sinne, für unser Land machen.

Nominiert ist noch lange nicht gewonnen! Ich weiß!

Für mich sind sie die überragenden Sieger!

Ich gratuliere mit Stolz und Freude!


Mittwoch, 13.01.2010, 20:35

Angenehme Wärme strahlt unser Kachelofen aus.Vor Jahrzehnten, als unsere Söhne noch klein waren, ihr Erwachsensein noch soooooooo weit "entfernt" schien, der Gedanke an Freundinnen, die sie lieben, bewundern, deren Nähe sie suchen würden, weiter entfernt als die Sonne von der Erde war, ließen wir, Leon und ich, nach langen Diskussionen um Kosten, Nutzen, Arbeit, Notwendigkeit, ihn endlich eines Winters setzen.

Leon konnte die Störung seiner Ordnung, seiner Bequemlichkeiten im Haus nie leiden. Das Setzen eines Kachelofens im Wohnzimmer, das an und für sich "fertig" war, ihm die, von ihm geforderte "Entspannung, Geborgenheit" bot, war für ihn der Supergau schlechthin. Also schickte ich ihn damals, mit unseren Söhnen zum Schifahren nach Kärnten.

5 Tage lang fuhr ich Fliesenreste, Mörtel, Beton mit der Schiebetruhe aus unserem Wohnzimmer, arbeiteten Hafnermeister und Lehrlinge an unserem Kachelofen. Viele Stunden putzte ich Mörtelreste und Schmutz von Boden, Ofen und Wänden.
Hätte ich zu dieser Zeit gewusst wie sehr seine Wärme unser Seelenleben beeinflussen, wie oft er Hort und Geborgenheit sein würde, dass er eine friedliche Wirkung auf die "Bewohner" haben würde, ich hätte nicht gehadert, weil er viel zu teuer gewesen war, weil sein Hunger nach Holz, Feuer nicht zu stillen sein würde, weil Asche und Späne ärgerliche Spuren zurücklassen würden, Winter für Winter, Jahr um Jahr.
Heute, mehr als 20 Jahre später, sitzt Matthias´, Sohn Nr. 2 , Freundin Sarah , wie tausende Male vor ihr, einer, eine von uns, entspannt, die Wärme genießend, auf der Holzbank vor diesem Kachelofen.
Sich zum Kachelofen setzen, die Augen schließen, heißt Zeit haben um anzukommen, keine Fragen beantworten oder gar stellen müssen, die Wärme des Ofens, den Duft des Hauses, das Geklapper in der Küche, das Stimmengewirr der Familie vorsichtig, in kleinen Dosen in sich aufnehmen dürfen.

Eine zarte Schönheit hat uns das Schicksal ins Haus , an den Kachelofen geschickt. Mein Mutterinstinkt meldet sich bei ihrem Anblick mit aller Kraft. Mit geschlossenen Augen, den blonden Schopf angelehnt, die Beine, die in schwarzen Jeans stecken, angezogen, scheint sie genau auf diesen Platz in unserer Familie zu gehören.

Ohne Anstrengung, ohne besonderer Mühe ist sie seit August des vergangenen Jahres ein Teil unserer Familie.
Sie schaffte es aus unserem beinahe "schwermütigen" Sohn einen glücklichen, lebensbejahenden, verliebten Mann zu machen.

Wie könnt ich sie nicht lieben dafür?


Dienstag, 05.01.2010, 09:21

Das neue Jahr ist in seiner frühen Babyphase.

Weil es noch so jung ist, wird es von mir mit viel Verständnis, Geduld und Nachsicht "behandelt", will es ja nicht gegen mich aufbringen, es nicht verschrecken, könnt ja zornig werden, mir nur Unannehmlichkeiten, Sorgen bereiten.

Heute Morgen war ich nah dran meinen Vorsatz:

"Sei lieb zu deinem neuen Jahr!"

über Bord zu werfen, die Zeitung samt "Guter Nachricht" gleich hinterher.

"Die Pille gegen Liebeskummer!!"

Ein Pharmakonzern will neues Medikament auf den Markt bringen. Das wär ja nichts Verwerfliches ansich, wenn nicht die Indikation es wäre.

LIEBESKUMMER ! ?

Wennst ein Gefühl, in diesem Fall das Traurigsein, das Sehnen.....Liebeskummer halt, nicht mehr spüren willst, dann nimmst einfach diese Pille.

Eine Packung, vielleicht zwei bei "hartnäckigen" Fällen und der "Liebeskummerpatient" spürt nichts, kein Sehnen, kein Traurigsein, keine Verzweiflung, sich selbst irgendwann auch nicht mehr.

Das Liebeskummer dich zum Patienten macht, der Pillen gegen das "Wachstum" seiner Seele, seines Charakters braucht, ist dann doch "neu"!

Wenn du nach Einnahme der Liebeskummerpillen zur seelenlosen Hülle "mutiert" bist, bitte dann die Beschwerden nicht an den Apotheker deines Vertrauens, nein ans "Salzamt" richten!

Keiner von den Verantortlichen wird dir zurseite stehen, wenn du draufkommst, dass du deine Seele "verkauft" hast.

liebe Grüße